27. Oktober 2020
Die Natur ist doch der beste Sender mit den spektakulärsten Dokus. Zusammen mit meinem ehemaligen Kollegen, der auf den wunderbaren Namen Jens hört, und seiner Frau Şeyma sind wir ein paar Tage an der türkischen Küste gesegelt. In Berlin hatten Jens und ich uns ein Büro geteilt, mittlerweile leben wir beide in der Türkei. Er in Istanbul, ich eben auf der Dilly-Dally. Als wir entlang von Kekova segelten, tauchte neben uns eine Mönchsrobbe auf, die einen Stachelrochen jagte.
06. Oktober 2020
Eigentlich wollten wir zu Arzums und Cingenes Geburtstag in Bozburun sein. Ja, die beiden haben wirklich am gleichen Tag Geburtstag. Aber erst kamen Termine dazwischen, dann kräftiger Wind genau auf die Nase. Um die verlorene Zeit aufzuholen, starteten wir mit zwei langen Etappen um die 50 Seemeilen - entweder bei Flaute oder den Wind gegenan. Durch einen Zufall konnten wir dann doch noch spontan Geburtstag in Bozburun feiern - wenn auch nicht Arzums.
03. Oktober 2020
Wir haben es geahnt: Als am Abend in Bozburun eine Gulet ihren Anker quer durch das Feld der Ankerlieger legt, befürchten wir bereits, dass die Kette mindestens einen anderen Anker unter sich begräbt. Zum Glück ist es nicht unser. Dass sich Helfen statt Gaffen auszahlt, beweist der "gefangene" österreichische Kat-Kapitän, der sich mit einem Weingelage und einem Abendessen bei uns revanchiert. Denn wie sich herausstellt, hat er an diesem Tag Geburtstag. Held des Tages ist aber Burkhard.
03. Oktober 2020
Irgendetwas schwimmt im Meer. Erst als wir den Kurs ändern und direkt darauf zu steuern, erkennen wir, dass es ein gekentertes Flüchtlingsboot ist. Ein roter Schwimmflügel glänzt in der Sonne, ein schwarzes, nasses T-Shirt klebt noch an den Resten des Schlauchboots. Der Anblick ist schwer zu ertragen. Was sollen wir tun?
03. Oktober 2020
Das „Hafenkino“ hat seine Unschuld verloren. Schon immer wurde in Marinas geschaut, getuschelt und natürlich auch ein bisschen gelästert. Aber trotzdem geholfen. Seit missglückte Manöver im Internet zur Klickhure avancieren, ist das Hafenkino zum hämischen Gaffertum verkommen. Was heute zählt, sind Klicks statt Tipps. Besonders besserwissende Sofa-Kapitäne offenbaren ihre hässliche Fratze. Eine Abrechnung.
13. September 2020
Für eine Woche sind wir nach Kekova gesegelt. Die versunkene Stadt mit ihren wundervollen Buchten und geschützten Ankerplätzen ist ein Paradies für Segler. Zumindest solange, bis eine Megayacht samt Helikopter neben dir auftaucht. Ehrlich, wir sind kein Stück neidisch. Wir machen uns auch bestimmt nicht lustig über den Pott. Und dann ist da noch der US-Sänger Gregory Porter, der neidisch auf Bordhund Cingene ist.
07. September 2020
Das ADAC-Skipperportal hat mich zum Leben auf dem Boot interviewt. Hier das Ergebnis.
04. September 2020
Dieses mulmige Gefühl segelte immer mit. Zumindest unterschwellig. An windarmen Tagen schien es fast verschwunden, aber wenn der Wind das Mittelmeer aufwühlte, war es wieder da. Stärker als zuvor. Ich weiß, wie alt das Boot ist. Ich habe aber keine Ahnung, wann die Wanten und Stage das letzte Mal erneuert wurden. Ich befürchte, sie sind der gleiche Jahrgang wie das Boot. „Kann der Mast eigentlich umkippen“, fragte mal eine Freundin, die zu Besuch an Bord war, mitten auf dem Meer.
30. August 2020
Türkei, 30. August. Die Türkei feiert den Sieg Atatürks über die Griechen 1922. In Kaş starten Segler und Motorbootfahrer um 9 Uhr zu einer Parade. In der gegenwärtigen Situation wirkt das auf den ersten Blick befremdlich. Denn gleich gegenüber liegt die griechische Insel Kastelorizio (Meis), zuletzt Schauplatz des Säbelrasselns.
15. August 2020
Seit Wochen kann ich nicht anders. Ich stehe morgens um 6 Uhr auf, brühe mir einen Kaffee und setze mich schlaftrunken an den Salontisch. Schlagartig ist da wieder dieser Kummer, der mich bis spät in die Nacht beschäftigt.

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