Alles auf blau

Wie alles begann

An dem Tag, als klar wurde, dass es so nicht mehr weitergeht, duftete es im Auto nach frisch gebackenem Käsekuchen. Ich war auf dem Weg in die Redaktion. Ankommen sollte ich dort nicht. Nicht an diesem Tag und auch nicht in den kommenden Wochen und Monaten. An einer Kreuzung sprang die Ampel auf Rot. Das Herz raste, auf der Stirn bildeten sich Schweißperlen. Ich hatte das Gefühl, umzukippen. Dabei saß ich ja. Das Blickfeld war eingeengt. Die Geräuschkulisse des morgendlichen Wahnsinns auf den Straßen war ohrenbetäubend und stumm zugleich. Dumpf und hässlich. Und dann war da diese Sperre im Kopf, wie eine unendlich hohe Mauer, direkt vor mir. Ich setzte den Blinker, verließ den Weg, der zur Arbeit führte, und fuhr geradewegs zum Arzt. Es war ein Montag Mitte November 2017. 

 

An diesem Montag wurde mir klar, dass sich etwas ändern muss. Dass ich mich ändern muss. 

 

Um die Vorgeschichte kurz zu machen: Ich mache blau. Schluss mit dem Job, Schluss mit Berlin. Festanstellung gekündigt, Wohnung verkauft. Und weil das Meer in Deutschland mehr grau als blau ist, werde ich ans Mittelmeer übersiedeln. Oder konkreter: auf das Mittelmeer. Blauwassersegeln. Es zieht mich in die Türkei. Ein Land, das ich trotz aller Turbulenzen seit mehr als 25 Jahren in mein Herz geschlossen habe. Und das ich für eines, wenn nicht das beste Segelrevier im Mittelmeer halte. Nette Menschen, hübsche Orte, einsame Buchten und kristallklares Wasser. 

 

Ich habe Haus gegen Segelboot getauscht. Nicht einen Tag habe ich seitdem meinen Entschluss bereut.

 

Was seitdem alles passiert ist, lest Ihr in meinem Blog.

 

 

Bis dahin

Jens

 

Was gerade läuft

22.09.22: Heute sollte es Richtung Balearen gehen. Das Wetterfenster ist perfekt, achterliche Winde in perfekter Stärke für unseren Parasailor. Doch das Schicksal lost uns noch einige Tage in Sardinien zu. Auf der Fahrt in eine Bucht nördlich von Alghero, wo wir endlich unseren Freund Jan treffen, streikt der Autopilot. Die Fehlermeldungen wechseln von "No Data" zu "No Camp" und zu "No Pilot". Und ganz ehrlich, ohne Autopilot wollen wir die anstehenden 200 Seemeilen zu den Balearen nicht angehen. Also fahren wir nach Alghero, diese herrliche Stadt an der Nordwestküste Sardiniens, und finden in Salvatore einen freundlichen Fachmann, der sich unseres Problems annimmt. Seine Diagnose stützt unsere Vermutung. Der Flutgate-Kompass ist im Ar..., äh, defekt. Das Problem ist nur: Woher einen neuen nehmen. Kein Problem, sagt Salvatore, der im Hauptberuf Lehrer ist. Er hat noch einen. Kaum liegen wir am Stadt-Kai, wo wir übrigens für fünf Tage kostenlos festmachen dürfen, da steht auch schon Salvatore an Bord. Flugs tauscht er den Flug-Kompass aus - und siehe da: Der Autopilot erwacht zum Leben. Um 9 Uhr am nächsten Morgen stechen wir in See, Seite an Seite mit Jans Makamae. Doch die Freude währt nur Minuten. Der Autopilot tut so, als wäre er bei der Lufthansa angestellt. Er streikt mal wieder. Und so kehren wir um. Jan verschwindet derweil am Horizont. Das Dumme ist nur: Das perfekte Wetterfenster schließt sich bereits in ein paar Stunden...


20.09.22: Heute ist ein besonderer Tag. Nicht nur weil das neue Video über unsere Zeit auf Sardinien und Korsika erschienen ist, nein, heute feiern wir Geburtstag. Um genau zu sein, gleich zwei Geburtstage: den von Arzum und von Cingene. Happy Birthday!


17.09.22: Und für Freunde des geschriebenen Wortes gibt es jeden Samstag auf www.floatmagazin.de unseren Erfahrungsbericht zum Video der Woche, das in der Regel dienstags erscheint. Hier geht es zum aktuellen Bericht über unsere Fahrt von Sizilien nach Sardinien. 


13.09.22: Sizilien hat uns mit Italien versöhnt. Jetzt geht es nach Sardinien. Doch zwischen den beiden Inseln liegen erst Mal knapp 180 Seemeilen und einige Gewitter, die es abzuwarten gilt.


10.09.22: Schockverliebt in Sizilien! Auch wenn Italien uns an den ersten Tagen gar nicht so recht gefallen wollte, hat die Zeit auf Sizilien und insbesondere in Palermo alles wieder wettgemacht. Wie es uns ergangen ist, steht im neuen Artikel auf Float. Hier geht es zum Bericht. 


03.08.22: Vom Unwetter ins Ankerchaos - davon handelt der nächste Teil unseres Abenteuers, über das wir auf Float berichten. Hier geht es zum Text. 


02.09.22: Wir sind auf Sardinien angekommen. Die Überfahrt war - zum Glück - unspektakulär. Leider war auch kein Wind. Das heißt, 160 Seemeilen unter Motor. Langweilig! Sardinien empfängt uns mit langen Sandstränden und traumhaftem Wasser. So soll es sein!


29.08.22: Wir sind auf dem Weg nach Sardinien. Morgen Nachmittag dürften wir die Insel erreichen. Wir hoffen, diesmal ohne Gewitter. Die Prognosen sehen gut aus. Gestern haben wir noch mal einen Tag vor San Vito lo Capo an der Nordwest-Seite Siziliens vor Anker verlängern müssen, da eine große Gewitterfront von Sardinien zu uns herüberzog. Wir, wie auch die anderen Boote vor Anker, hatten Glück. Kurz vor uns teilte sich Front und zog westlich wie östlich an uns vorbei. Alles, was wir mitbekamen waren kräftige Windböen und etwas Regen. Und natürlich ein spektakuläres Naturerlebnis in bunten Farben. Wenn man nicht direkt im Gewitter ist, ist es schon ein sensationelles Erlebnis. 


28.08.22: Die Überfahrt von Griechenland nach Athen war ein Alptraum. Wir kamen in ein Mega-Gewitter. Wie wir die Passage erlebt haben, das steht auf Float. Hier geht es zum Text.


27.08.22: Einmal im Leben muss man als Segler durch den Korinth-Kanal. Sagen viele. Na gut, dann machen wir das. Wie es war, das erfahrt Ihr in diesem Teil unseres Reiseberichts im Float-Magazin. Hier geht es zum Text.


26.08.22: Palermo! Wir gönnen uns eine kleine Auszeit und verbringen drei Tage und Nächte in Palermo. Die Stadt mit ihrem morbiden Charme begeistert uns. Wir liegen direkt vor der Altstadt, keine fünf Minuten sind es vom Boot in die quirligen Gassen der sizilianischen Hauptstadt. Wir schlemmen uns durch die Streetfood-Märkte, genießen Cocktails in den lauen Spätsommernächten. Einfach nur herrlich. Dabei hatte es gar nicht so gut begonnen. Für das Anlegen am Steg mit viel Seitenwind benötige ich 10 bis 15 Anläufe. Hafenkino vom Feinsten. Drei verschiedene Plätze werden uns nacheinander angewiesen bis wir endlich das Boot am Steg haben. Leider sprechen die meisten Italiener kein Englisch, weshalb es oft zu Missverständnissen kommt. Und so konnten wir auch nicht erklären, dass wir keinen Bowthruster haben und eben manche Stegplätze unerreichbar sind, zumal mit einem kleinen Langkiel und einen enormen Radeffekt. Aber Ende gut, alles gut. 


20.08.22: Wir hatten die Hosen voll. Bei unserer Überfahrt von Griechenland nach Italien (220 Seemeilen, rund 400 Kilometer) sahen wir uns mitten in der Nacht plötzlich von einer riesigen Gewitterfront konfrontiert. Das Video dazu ist jetzt online. 


19.08.22: Wir werden nicht warm mit Italien und das bei Temperaturen um die 40 Grad. Erst die Gewitter bei der Überfahrt und der Ankunft, die einige Orte an Land unter Wasser gesetzt haben, dann die hohe Luftfeuchtigkeit, die den Himmel grau erscheinen lässt und immer wieder neue Gewitter vermuten lässt. Dann sind die Liparischen Inseln so gnadenlos überfüllt, dass gar nicht daran zu denken zu ist, einen Platz in einem Hafen zu bekommen. Immer dieselbe Antwort: Booked out. Hinzu kommen hunderte hochmotorisierte Ausflugsboote, die jedes Ankerfeld in ein Wellenbad verwandeln. Letzte Nacht dann das totale Chaos: Die Ost-Bucht der Insel Vulcano bietet vielleicht sicheren Platz für 20, maximal 30 Boote. Als die Sonne im Meer versinkt liegen aber 60 Boote hier. Das Feld ist so eng, dass viele Segler nur wenig Kette stecken, viel zu wenig Kette. Auch fahren sie die Kette nicht einmal ein. Und der Wind soll in der Nacht drehen. Nach einem schmalen Streifen mit einer Wassertiefe von bis zu 15 Metern, fällt der Grund gleich stark ab. Auf über 30 Meter. Nichtsdestotrotz beschließen viele Crews, zum Essen an Land zu fahren. Dann bricht das Chaos aus. Der Wind dreht, etliche Yachten treiben (teils führerlos) durch das Feld der Ankerlieger, Dinghyleinen verfangen sich in Schrauben, überall Geschrei und hektisches Kettenklappern, Lichtkegel von Scheinwerfern wabern durch die Luft. Dazu ein teuflischer, beißender Schwefelgeruch, da der Vulkan eine erhöhte Aktivität aufweist. Teile der Insel sind bereits gesperrt, im November wurde die Insel sogar für eine Zeit evakuiert. Und jetzt weht der Wind auch noch direkt vom Krater zu uns herunter. Dazu die Wellen von kreuzenden Fähren. Herrlich!

 

 

Auch wenn unser Anker dicht am Abgrund sitzt, hält er.  Wir peilen zu anderen Booten, haben zwei Ankeralarme aktiviert, checken permanent unseren Schwoikreis. Alles scheint gut. Aber dann treibt eine kleine Yacht mit einer italienischen Familie genau auf unseren Bug. Auch hier hat sich Spielgerät wie Schwimmreifen für die Kinder, das am Heck trieb, im Propeller verfangen. Mit vereinten Kräften können wir größeren Schaden abwehren. Aber ich habe Angst, dass die Kraft von zwei Booten im zunehmenden Wind, unseren Anker überlastet. Aber er hält. 

 

Immer wieder kommen neue Yachten, die eben erst den Halt verloren haben oder aus einer anderen Bucht geflohen seien müssen, und wollen zwischen uns und einer italienischen Yacht ankern, obwohl dort, je nach Windbö, kein Platz ist. Und so beginnt eine weitere schlaflose Nacht, um größeres Unheil abzuwenden. Arzum läuft mehrmals zum Bug, wedelt mit dem Scheinwerfer, warnt und mahnt. 

 

Aber wir wollen nicht meckern. Eine Yacht, die direkt hinter uns lag, eine Amel Santorini, hat sich losgerissen, die Crew ist an Land. Später sehen wir, dass ein Dinghy auf dem Weg zur abdriftenden Yacht. Es kommt aber nicht vom Land, sondern aus dem Ankerfeld. Was aus der Yacht geworden ist? Keine Ahnung! Wir haben sie nicht mehr gesehen. 


14.08.22: Wir sind in Italien! Nach zwei Nächten und anderthalb Tagen haben wir Kalabrien erreicht. Die Überfahrt war der blanke Horror. Wir wollten die Perseiden und den Vollmond bewundern, stattdessen hagelte es Blitze wie aus dem Stroboskop in einer Vorstadt-Disco zu den Bässen von Scooter. Noch nie habe ich solch gewaltige Gewitterzellen gesehen. Schon gar nicht aus der Nähe, schon gar nicht bei Nacht, mitten auf dem Meer. Ich hatte die Hosen gestrichen voll. Noch voller war nur der Backofen, gestopft  mit all unserem Elektrokrams, der im Falle eines Blitzeinschlags, Smartphones, Laptops, Navi-Instrumente wie ein Faraday'scher Käfig beschützen sollte. Aber ich will nicht vorgreifen. Hier erstmal das Video zu unserer Reise - von Athen bis ins Ionische Meer. Und wer glaubt, wir haben immer gute Laune, weil wir meist lachen, der wird eines besseren belehrt :)


12.08.2022: Wir haben gerade die Segel gesetzt, um von Griechenland nach Sizilien überzusetzen. Wir rechnen mit 44 Stunden Fahrt. Mit den letzten Mobilfunkwellen erreichte uns der Float-Artikel über unsere Fahrt durch die Kykladen. Wir hoffen, dass es bei dieser Überfahrt etwas ruhiger bleibt. Und hier geht es zu den Float-Artikeln. 


09.08.22: Einmal den Korinth-Kanal zu passieren, das ist der Traum vieler Segler. Und in der Tat, es ist ein Erlebnis. Angefangen von der Gebühr, die man zahlen muss. Denn der Korinth-Kanal ist auf die Strecke von sechs Kilometern umgerechnet, der teuerste Kanal der Welt. In einem Extra-Video haben wir alles über die Preise, das Prozedere und das Erlebnis festgehalten. Weil wir auch Anfragen von englischsprachigen Seglern hatten, gibt es das Video zweimal. Einmal auf Deutsch, einmal in Englisch. 


 07.08.22: Und hier ist auch schon der dritte Teil unserer Reise, veröffentlicht beim Floatmagazin. Hier geht es zu allen bislang erschienen Teilen. Viel Spaß beim Lesen!


05.08.22: Heute ist der zweite Teil über unsere Reise auf Floatmagazin.de  erschienen. Thema: Unsere  Abreise, die alles andere als geplant verlief. Der dritte Teil folgt in Kürze.


04.08.22: Drei Tage Athen haben wir uns gegönnt, um die Stadt ein bisschen zu erkunden und ein paar Erledigungen zu machen. Natürlich hatten wir von der Krise gehört, waren dann aber doch überrascht, dass einige Häuser im bester Lage ziemlich runtergekommen waren. Das hier im Bild steht auf einem Hügel mitten in der Stadt. Da kann man doch mehr draus machen....


01.08.22: Wir sind nicht allein. Auf unserer Reise von der Türkei und hoffentlich Ende des Jahres über den Atlantik begleitet uns das Float-Magazin. Hier der erste Teil unserer Reise. Oder besser: die etwas holperige Vorbereitung dazu.


01.08.22: Wir haben uns aus der Ägäis ein Souvenir mitgenommen. Den Wind. Eigentlich hatten wir gehofft, nach dem Meltemi erstmal ein wenig verschnaufen zu können, doch jetzt liegen wir kurz vor Athen in einer Bucht und uns blasen immer noch 25 Knoten um die Ohren. Als wir die vergangenen Tage den Windbericht gecheckt hatten, war hier immer Windstille. Aber vielleicht ist ja auch ganz gut. So ist die Hitze sehr erträglich. Mann trägt Mütze. 


31.07.2022: Nach ein paar entspannten Tagen auf Paros, um den Meltemi etwas abzuwarten, segeln wir weiter Richtung Kythnos - Kurs Nordwest. Vor uns liegen 52 sm abwechslungsreiches Segeln und auch Motoren. Mal haben wir in Böen 32 Knoten Wind, mal Flaute bei anhaltender Welle. Nichtsdestotrotz können wir das meiste herrlich am Wind segeln - mit auf die Hälfte gerefftem Groß und dem zweiten Reff in der Rollgenua. Unser Ziel ist eine Insel im Nordwesten der Insel. Leider haben auch andere das Ziel. Die Buchten sind gnadenlos überfüllt. Aber für eine Nacht sind wir nicht wählerisch.


28.07.22: Für das floatmagazin.de haben wir auf den ersten paar hundert Meilen unseres Törns die Navigations-App Savvy Navvy getestet. Die Briten wollen das GoogleMaps für Segler werden. Und in der Tat hat die App einige gute Tools. Aber nicht alles konnte im Test überzeugen. Das Wetterrouting tat sich schwer. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass auch die anderen WetterApps, die wir nutzen, allen voran PredictWind, sich an diesen Tagen bei Meltemi nicht von ihrer besten Seite zeigten. Hier geht es zum Text. 


27.07.22: Wir sind auf Paros angekommen, im Herzen der Kykladen. Die Überfahrt war wieder einmal stürmisch. Eigentlich nicht verwunderlich, allerdings hatten allen Windmodelle etwas anderes vorhergesagt. Eigentlich wollten wir nach Mykonos. Höhe gewinnen für die beiden letzten Etappen in der Ägäis. Doch der Wind verblies uns nach Paros. Hier liegen wir in einer extrem gut geschützten Bucht mit einigen Seglern und noch mehr Megayachten. Unserem Alter entsprechend sitzen wir, wie Senioren am Wohnzimmerfenster mit Blick auf die Straße, an Bord und schauen den Neureichen und Hässlichen zu (gibt es eigentlich Studien, die den Zusammenhang zwischen Konto- und Kilostand ergründen?). Gerade kam wieder eine nette Yacht in die Bucht. Mietpreis pro Woche: 1.000.000 Euro! Wenn wir all unsere Ersparnisse zusammenkratzen, können wir den Pott für etwa 7 Stunden chartern. Die Frage ist nur: Ist da der Sprit schon mit einberechnet? 


25.07.22: Nach zwei Tagen auf Levitha, einer kleiner Insel in der Ägäis mit nur sieben Einwohnern (und kaum bis kein Mobilfunkempfang) sind wir über Donousa (auch kein Empfang) heute noch Paros gesegelt. Eigentlich wollten wir nach Mykonos, um etwas Höhe zu gewinnen für die Weiterfahrt. Aber keine Chance. Statt der angesagten Böen mit bis zu 25 Knoten blies es zeitweise konstant über 30 Knoten, dann plötzlich war der Wind weg, aber eine eklige Welle stand noch. Jetzt liegen wir mit vielen anderen Yachten in einer Bucht vis-a-vis zu Naoussa. Auf dem Meer dagegen sieht man nur wenig Segel.


21.07.22: Schöne Nachrichten vom Buchreport. "Tausche Büro gegen Boot" klettert auf Platz 11 der Reiseliteratur-Bestsellerliste.Damit habe ich sogar Hape Kerkeling auf dem Jakobsweg  abgehängt (gut, der wandert schon seit Jahren mit dem Buch durch die Bestsellerlisten). Aber immerhin eine späte Genugtuung für all die einfallslosen Überschriften in Magazinen und Zeitungen, die. mit dem Titel gespielt haben - bei so ziemlich jedem Rücktritt. 


21.07.22: Eigentlich wollten wir heute in der Früh nach Levitha segeln. Eigentlich. Aber der Meltemi blies die ganze Nacht mit um die 30 Knoten. Keine angenehme Nacht. Und auch morgens um 7 Uhr ist das Meer bedeckt von weißen Schaumkronen. Wir beschließen, einen weiteren Tag zu bleiben. Der wiederum ist wider Erwarten relativ ruhig. Doch mit der Dämmerung ist er wieder da - der Meletemi. Um kurz nach 22 Uhr kracht eine Bö mit knapp 40 Knoten auf die Dilly-Dally. Alles vibriert, alles zittert. Wie es scheint wird wohl auch diese Nacht etwas unruhig. 


20.07.22: Katze nach Meltemi-Fahrt. Ich glaube, es hat ihr gefallen. 


19.07.22: Wir bewegen uns langsam Richtung Westen. Sehr langsam. Mittlerweile hat der Meltemi in der Ägäis eingesetzt und bläst lustige Schaumkronen auf das Meer. Wir hangeln uns von Wetterfenster zu Wetterfenster, von Insel zu Insel. Von Kastellorizo nach Rhodos, von Rhodos nach Symi und nun liegen wir seit drei Tagen auf Kos, wo wir zufällig auf alte Bekannte treffen.


14.07.22: Ich habe es wegen der ästhetischen Fotos gemacht. Was meine Eltern dazu sagen? Natürlich waren sie geschockt, aber als sie die Bilder gesehen haben, waren sie stolz auf mich. Wovon ich rede? Wir sind im aktuellen Playboy. Wirklich. Allerdings geht es in der Reportage weniger um nackte Tatsachen, sondern um das Leben auf einem Boot als Aussteiger. Anlass ist mein neues Buch „Tausche Büro gegen Boot“. Ein guter Grund, um mal wieder den Playboy zu kaufen :) 


13.07.22: Kastellorizo, die östlichste griechische Insel, ist ein wahres Kleinod, fernab vom Massentourismus. Wie es uns auf unserer ersten Etappe in Griechenland ergangen ist, seht Ihr im Video.


11.06.22: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Wir sind in Griechenland. Endlich. Allerdings noch nicht in Symi, sondern auf Kastellorizo, der Insel vis-a-vis zu Kas. Dank der Hilfe der Yachtagenten auf türkischer und griechischer Seite konnten wir erst ohne Probleme (und damit meine ich Strafen in fünfstelliger Höhe, die uns bei der Ausreise aus Datca plötzlich drohten) in der Türkei aus-  und dann auf Kastellorizo einchecken. Nach ein paar Schreckminuten, als der Grenzbeamte Arzum's Papiere nicht anerkennen wollte, konnte dessen Vorgesetzter aber den Stempel in den Reisepass setzen. Yamas!


06.07.22: Herrlich diese Bucht. Am Ufer liegt ein alter Sarkophag, Treppen eines antiken Hauses führen ins Wasser, davor dümpeln kleine Fischerkähne in Pastelltönen. Das Meer schimmert grünlich, hat mittlerweile die Temperatur einer Badewanne. Der Anker liegt auf 15 Metern, eine leichte Brise lässt die 40 Grad gut ertragen. Kas, Du bist so wunderbar! Kas? Ja, wir sind wieder in Kas, wo wir vor gut einer Woche und 285 Seemeilen gestartet sind. Warum das denn? Gute Frage! Nicht, weil wir bereits aufgegeben haben, sondern vielmehr, weil die Türkei uns so lieb gewonnen hat, dass sie uns nicht gehen lassen will. Zumindest nicht, ohne eine Strafe zu bezahlen, die der Vorbesitzer der Diilly-Dally verursacht hat. Wir reden hier von einer fünf bis sechsstelligen Summe, die ich eigentlich ungern bezahlen würde. Da in der Türkei Zollgesetze aber in unterschiedlichen Provinzen unterschiedlich gehandhabt werden, versuchen wir unser Glück, in dem wir nun von Kas ausschenken werden. Inschallah! Mehr dazu in unserem neuesten Video.


04.07.22: Zehn Knoten halber Wind, die Dilly-Dally segelt ruhig und gemächlich mit fünf Knoten Fahrt auf Symi zu. Herrlich! Allerdings werden wir an der griechischen Insel vorbei segeln müssen, denn noch haben wir in der Türkei nicht ausgecheckt. In einer anderen Provinz haben wir vielleicht die Möglichkeit, an der Strafe für den Südafrikaner vorbeizukommen. Konkret heißt das: Wir müssen rund 120 Meilen zurück nach Kas. Was ein blöder Start! In unser großes Abenteuer, in die neue Woche und selbst in den neuen Tag. Denn der begann damit, dass eine Gulet ihre Ankerkette im Hafen von Datca über die von fünf Yachten warf. Und unsere so begrub, dass wir eine halbe Stunde in praller Sonne brauchten, um frei zu kommen. Herrlicher Frühsport. 


03.07.22: So ganz habe ich es noch nicht verstanden. Aber der Südafrikaner soll gegen ein Zoll-Gesetz verstoßen haben, das es vor vier Jahren zwar schon gab, aber nicht angewandt wurde. Deshalb konnte er damals nach dem Verkauf des Bootes auch problemlos mit dem Flieger ausreisen. Mittlerweile wenden einige Provinzen dieses Gesetz aber an, das eigentlich für Autos gilt. Laut diesem Gesetz darf ein Ausländer nur eine gewisse Anzahl an Wochen mit seinem "Vehikel" in der Türkei bleiben (185 Tage), danach wird eine Strafe fällig. Wie wir mittlerweile wissen, soll der Südafrikaner diese 185 Tage um elf Monate überschritten haben. Ich bin immer noch guter Dinge. Auch wenn der Yachtagent meint, dass der Zoll wahrscheinlich mir die Strafe aufbrummen werde. "Warum das denn?", frage ich überrascht. Er zuckt nur mit den Schultern. "Der Staat braucht Geld." Und da das Boot seit dem Kauf die Türkei noch nicht verlassen hat, werde der Zoll wohl versuchen, mich zu belangen. Ich bin baff. Wie hoch wird die Strafe wohl sein? Der Yachtagent ist peinlich berührt. Er wisse es nicht. Ich müsse aber wohl mit fünf Prozent des Wertes der Dilly-Dally rechnen. Deshalb wolle der Zoll auch wissen, auf welche Summe die Yacht versichert ist. Sollte die aber zu niedrig erscheinen, werde ein Sachverständiger geschickt, der allerdings von uns bezahlt werden müsse. Langsam schwant mir, dass ich aus der Nummer so leicht (und vor allem billig) nicht mehr rauskommen werde. Super Start!


02.07.22: In Datca läuft alles perfekt. Kaum haben wir angelegt, haben wir auch die schon das Vorgespräch für das Aus- und Einchecken erledigt. Der griechische Yachtagent hat schon Arzums Papiere als Kopie bekommen, den Fall erörtert und vom Zoll die Zusage erhalten, dass Arzum einreisen darf. Die größte Hürde scheint genommen. Von jetzt an läuft alles wie am Schnürchen. Das Tank-Lkw kommt an den Hafen, wir befüllen alle Kanister, wir besorgen die restlichen Gas-Kartuschen und Arzum erledigt die letzten Einkäufe. Zack, zack, zack. So soll es sein. Der Yachtagent hat noch eine Nachfrage zum Vorbesitzer der Yacht. Vor knapp vier Jahren habe ich die Dilly-Dally  von einem Südafrikaner hier in der Türkei gekauft. Zu dem bräuchte der türkische Zoll noch einige Informationen. Von irgendeiner Strafe ist die Rede, weil der Südafrikaner sich damals wohl länger im Land aufgehalten habe als erlaubt. Ich bin relaxt. Was soll das schon mit mir zu tun haben.


01.07.22: Symi, die griechische Insel, auf der wir in die EU einchecken wollen, liegt in Sichtweite. Allerdings müssen wir erst nach Datca, um in der Türkei auszuchecken sowie die letzten Erledigungen zu machen. Wie z.B. Tanken. Auch wenn der Dieselpreis sich hier in den letzten Monaten vervielfacht hat, kostet der Liter um die 1,50 Euro. Das werden wir so schnell in Europa nicht mehr erleben. Also Tank und 80 Liter Reserve vollmachen bis zum Anschlag. Das wichtigste aber in Datca ist, dass wir das Einchecken mit einem griechischen Yachtagenten so gut wie möglich vorbereiten, um später  keine bösen Überraschungen zu erleben. Da mich immer noch eine Erkältung plagt, beschließen wir, noch einen Tag länger in Bozukkale zu bleiben und uns auszuruhen. 


30.06.22: Sehr nett, wenn man irgendwo in der Türkei in einer Bucht (Bozukkale) im Restaurant (Sailorshouse) sitzt, der Wirt kommt, ein Bier auf den Tisch stellt und sagt: Ist von Nane Dirk (einem Seglerpaar, das die Türkei wie seine Westentasche kennt - wir uns allerdings noch nie in der Realität begegnet sind). Vielen, vielen Dank nach Deutschland! Die Positionsangabe auf der Webseite hat doch etwas Gutes

🙂


30.06.22 Die Medikamente wirken. Das Rauchen macht schon wieder Spaß. Auch wenn es im Hals noch etwas kratzt. Aber das kann doch einen Seemann nicht erschrecken. Arzums Empfang von Morsezeichen am geprellten Finger ist sogar noch besser geworden. Ist ja auch kein Wunder. Der Finger ist noch dicker als gestern und schimmert in verschiedenen Blautönen. Sehr beeindruckend zu welch wunderbaren Farbspielen die Natur in der Lage ist. Trotz all unserer Handicaps wagen wir uns mutig auf die trotzige See. Es muss ja weitergehen. Bei null Wind und absolut glattem Wasser tuckern wir unter Motor ein paar Buchten weiter. Wir müssen sehr erschöpft aussehen, als wir zweieinhalb Stunden später in Bozukkale ankommen. Denn kaum haben wir  am Steg vom Sailor's House festgemacht, reicht man uns Erfrischungen. Super Service! Oder doch nur Mitleid?


29.06.22: So eine Männergrippe im Sommer hat es wirklich in sich. Husten, Schnupfen und sogar Fieber plagen mich. Und das Schlimmste ist: Die Zigaretten brennen im Hals. Ich lege mich unter Deck und bade in Selbstmitleid. Natürlich hilft Arzum, meinen Schmerz zu lindern. Aber irgendwas hat sie an dem Sprichwort "Geteiltes Leid ist halbes Leid" missverstanden. Warum sonst hätte sie ihren Finger in der Gangway einklemmen sollen? Jetzt erinnert die Kuppe ihres Zeigefingers an den eines Außerirdischen, der nach Hause telefonieren wollte. Und was soll ich sagen: Wir haben jetzt wirklich besseren Mobilfunkempfang,. 


28.06.22: Der Start verläuft etwas schleppend. Wir liegen jetzt den zweiten Tag in Ciftlik, weil mich heimtückisch eine saftige Erkältung überfallen hat. Nein, es ist kein Corona, da habe ich heute gleich den Test gemacht, weil die Stegnachbarn bei jedem Niesen und Husten zusammenzuckten. Der nette Restaurantbetreiber von Mehmet's Place müsste zudem bald mit Hustensaft aus Marmaris zurückkommen,.Das nenne ich Service! Morgen geht es dann hoffentlich nach Datca. 


Endlich ist der große Tag gekommen. Wir legen ab, verlassen Kas Richtung Westen. Aber das natürlich nicht, ohne zuvor noch einmal zu feiern. Zu der Good-bye-Party kommen Arzums Freunde und Familie und natürlich die Segler, die wir hier in den vergangenen Jahren kennengelernt haben, die zu so etwas wie einer Familie geworden sind. Am Tag der Abfahrt fließen dann ein paar Tränen, die sich aber schon bald mit der Gischt mischen. Denn auf dem Meer blasen uns 35 Knoten entgegen....


Tausche Büro gegen Boot - Mein neues Buch ist im Handel erhältlich, erschienen im DuMont-Verlag. Und das schreibt der Verlag über das Buch: »Tausche Büro gegen Boot« ist inspirierend, amüsant, authentisch und stimmt im Letzten Zuge nachdenklich. Es ist ein Ratgeber, Mutmacher und Weckruf an das Sehnsüchtige in uns. Eine Einladung über Glück und ein erfülltes Leben zu reflektieren und nicht zuletzt ein Anstoß zu riskieren, um Unmögliches möglich zu machen.

 

Mehr zum Inhalt gibt es hier

 

  

Tausche Büro gegen Boot – Von einem, der ausstieg, um segeln zu gehen

Jens Brambusch

288 Seiten

Format 13,5 x 21,0 cm

Preis: € 16,95 (D) / 18,50 (A) / 23,90 (CH)

ISBN: 978-3-7701-9191-8

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Auf unserem Vorbereitungstörn an der türkischen Küste bleibt uns Murphy an Bord erhalten. In Marmaris wollen wir nicht nur einige Besorgungen erledigen, vor allem brauchen wir Rat wegen eines augenscheinlich verrotteten Kielbolzens. Im schlimmsten Fall muss die Dilly-Dally aus dem Wasser geholt, der Mast gelegt und der Kiel abmontiert werden. Und nicht nur das: Weil der fragliche Kielbolzen direkt unter dem Motor sitzt, müsste auch der ausgebaut werden. Das würde unseren Zeitplan bis zur Abreise aus der Türkei stark gefährden und obendrein ein riesiges Loch in die Bordkasse reißen.


Murphy ist immer noch an Bord. Nicht nur eine blockierte WC-Leitung flutet erst die Bilge und kostet uns dann Nerven, auch eine Rettungsübung erweist sich als Desaster. Immerhin: In Bozburun nimmt Erol Maß für unsere neue Sprayhood und Bimini, während wir uns bei den örtlichen Bootsbauern umsehen, die von Hand aus einem Berg Bretter edle Gulets zimmern.


Die Vorbereitungen laufen - mit Hindernissen. Die vergangenen Wochen waren turbulent. Zum einen war da mein 50. Geburtstag, zum anderen hatten wir Fotografen und Freunde an Bord. Eigentlich war mein Plan, keinen zu haben. Doch dieses Jahr gibt es einen kleinen Paradigmenwechsel. Wir wollen die Türkei verlassen und gen Westen segeln. Im Idealfall sehr weit in der Westen. Über den Atlantik. Eigentlich ist die Dilly-Dally gut vorbereitet. Eigentlich. Für die letzten Vorbereitungen wollten wir nach Bozburun und Marmaris segeln. Doch irgendwie hatte es Murphy an Bord geschafft. Statt unsere Liste abzuarbeiten, wurde sie länger und länger. Eine verstopfte WC-Leitung ergoss sich in der Bilge, der Kabelzug vom Motor verabschiedete sich, wir hatten Salzwasser im Frischwassertank, der Watermaker muckte, die Fußpumpe leckte, das AIS sendete nicht und ein rostiger Kielbolzen sorgt für Sorge. Aber es gab auch viele schöne Momente. Mehr dazu in diesem Video.


Angekommen: Nach knapp 1200 Seemeilen haben wir die BAVARIA C38 in Göcek bei Pitter-Yachting abgeliefert. Es waren spannende Tage (und Nächte) auf See, eisige Kälte, Sturm und herrliches Segeln haben sich abgewechselt. Trotz einiger Probleme (Windinstrumente verabschiedeten sich vom Mast, Motor sprang nicht an, Wasser in der Bilge etc) war es ein toller und erlebnisreicher Trip. Crew und Boot sind wohlauf. Über den Törn habe ich fünf Videos gedreht. Hier die Links:

Teil 1: Bootsübernahme in Slowenien 

Teil 2: Vor dem Sturm. Von Korfu nach Kalamata

Teil 3: Abwettern in Kalamata 

Teil 4: Warten auf das Wetterfenster

Teil 5: Mit 11,5 Knoten über das Mittelmeer


Von Slowenien in die Türkei: Derzeit überführen wir eine brandneue Bavaria C38 von Slowenien in die Türkei. Die ersten Etappen verliefen ereignisreich, aber schnell. Jetzt sitzen wir seit ein paar Tagen in Kalamata in Griechenland fest. In der Ägäis tobt ein Sturm. Aber morgen dürfte es weitergehen. Das neueste Video findet Ihr hier. Die beiden vorherigen sind im Beitrag auf YouTube eingebettet. Viel Spaß!


HEIMATBESUCH MIT HINDERNISSEN: Anfang Februar sind wir für ein paar Tage in die Heimat geflogen sind. Ämtergänge standen an. Eine Formalie, dachten wir. Aber da hatten wir die Ausländerbehörde in Arzums Heimatstadt in NRW unterschätzt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte. Eine sehr, sehr lange dazu. Neben Celle, Hamburg, Hannover und Gummersbach  freuten wir uns besonders auf einen Besuch bei meinem alten Freund Sven Kraja in Schleswig. Sven kenne ich vom Strandsegeln. Und vor drei Jahren habe ich in seiner Segelmacherei Frog Sails eine Art Praktikum absolviert und zugeschaut, wie er die Segel für die Dilly-Dally gefertigt hat. Für unsere geplante lange Seereise hatte Sven dieses Mal eine Menge Tipps auf Lager (und auch einige Materialien), für den Fall des Falles, dass auf See die Segel Schaden nehmen, die Gurte reißen oder sich Nähte lösen. An dieser Stelle: Vielen Dank Sven!


NEU AUF DER WEBSEITE - UNSERE POSITION

Wer wissen, wo wir uns mit der Dilly-Dally gerade befinden, der findet unseren Standort auf der Unterseite "Unsere Position" oben in der Navigation. Unser Signal wird über AIS in Echtzeit übermittelt, sofern wir nicht zu weit von der Küste entfernt sind.  Zumindest in der Theorie. In der Praxis gibt es in der Türkei einige Gegenden, wo das System nicht funktioniert. Wenn wir also mal mitten auf dem Meer für viele Stunden oder sogar  Tage vermeintlich verharren, bitte nicht erschrecken. Das ist lediglich ein Übertragungsproblem. 



VIELEN VIELEN DANK!!!

Wir sind vierstellig! Unser YouTube-Kanal Sailing Dilly-Dally hat die 1000er-Marke geknackt. Vielen Dank an die mittlerweile über 1000 treuen Abonnenten. Das Abonnieren des Kanals ist übrigens kostenlos, hilft uns aber enorm. Genauso wie jedes Like und jeder Kommentar - auch negative, der Algorithmus macht da keinen Unterschied :) 

Warum sind die 1000 Abonnenten so wichtig? Um YouTube ein paar Euro abzugewinnen, muss ein Kanal zwei Faktoren erfüllen. Zum einen müssen im Zeitraum von einem Jahr 4000 Wiedergabeminuten abgerufen werden. Das hatten wir schnell erreicht. Zum anderen braucht ein Kanal aber auch 1000 Abonnenten. Das dauerte. Auch weil wir ungern den Kanal bewerben wollten, da wir nur Videos schneiden, wenn wir genügend und in unseren Augen gutes Material haben. Den Stress, Videos zu produzieren, nur um wieder ein Video hochzuladen, wollten wir uns nicht geben. Umso mehr freut es uns, wenn wir auch ohne penetrantes Werben und nur sporadische Videos fortan ein Taschengeld mit den Videos verdienen können. Denn so ein Video zu schneiden nimmt schon etwas Zeit in Anspruch. Aber es macht auch Spaß. Und anscheinend auch das Anschauen. Unsere Videos wurden mittlerweile 150.000 Mal aufgerufen und rund 12.000 Stunden lang geschaut. Das sind knapp anderthalb Jahre nonstop, wenn nur eine Person sie aufgerufen hätte. Aber das dürfte wohl kaum ein Mensch aushalten...


NEUES SPIELZEUG 1: der Parasailor

Wie bereits in mehreren Videos zu sehen, haben wir für die Dilly-Dally ein neues Vorwindsegel angeschafft - einen Parasailor. Das Segel macht wirklich sehr viel Spaß und ist sogar Einhand gut zu fahren. Mittlerweile haben bereits zwei weitere Yachten in unserer Marina nachgelegt. Wer Fragen zu dem Segel hat, jederzeit gerne...


NEUES SPIELZEUG 2: ein Watermaker

Während Harald Schmidt in seinen Sendungen ein Hohelied auf deutsches Leitungswasser gesungen hat, laben wir am Dilly-Dally-Wasser. Als hoffentlich eine der letzten größeren Anschaffungen haben wir die Dilly-Dally mit einem Watermaker ausgestattet, der aus Salz- Trinkwasser macht. Ein Komfort, den ich nicht mehr missen möchte. Seit der Installation haben wir nicht eine Flasche Trinkwasser mehr gekauft, nicht einmal das Wasser aus der Marina in unsere Tanks gefüllt. Gerade in Zeiten zunehmender Wasserarmut gibt uns das ein gutes Gefühl. Vor allem aber leisten wir so unseren kleinen Beitrag zur Vermeidung von Plastikmüll. 

NEUES BUCH ERSCHEINT

Im Mai ist es soweit. Dann erscheint nach Rollkofferterroristen mein zweites Buch im DuMont-Verlag. Es heißt: Tausche Büro gegen Boot - von einem der ausstieg, um segeln zu gehen. Im Buchhandel kann man es bereits vorbestellen. Wie der Untertitel bereits verrät, basiert das Buch auf dem bereits erschienenen Titel Brambusch macht blau, das nicht mehr erhältlich ist. Tausche Büro gegen Boot ist also quasi eine erweiterte und überarbeitete Neuauflage des ersten Buches, aktualisiert, pointiert und ergänzt um viele weitere Kapitel.




als Wirtschaftsjournalist,

August 2018

als Segler,

August 2019


Das bin ich

Jens Brambusch, geboren 1972 in Düsseldorf und aufgewachsen im beschaulichen Celle in der Lüneburger Heide, ist (beziehungsweise: war) im Hauptberuf Journalist. Das Fernweh trieb ihn während seines Studiums der Islamwissenschaften und Arabistik immer wieder an exotische Orte. Er studierte in Ramallah (Palästina), Izmir (Türkei) und sogar in Würzburg (Bayern), schrieb währenddessen für diverse nationale und internationale Medien.

 

Nach dem Volontariat bei der Regionalzeitung Main-Post und reichlich Erfahrung in der Kleintierzüchter- und Feuwerwehrberichterstattungsszene schlich er sich Anfang 2005 bei der ‚Financial Times Deutschland‘ (FTD) als Blattmacher für das Politikressort ein. Später kümmerte er sich als  Seite-1-Redakteur um die Titelseite der FTD. Da das Dasein als eine Art Schaufensterdekorateur für eine Tageszeitung zwar interessant, aber auf Dauer nicht befriedigend war, wechselte er 2008 in das Reporterteam. Sein Schwerpunkt: Wirtschaftskriminalität. Nach dem Aus der FTD Ende 2012 zog er mit der Redaktion des Wirtschaftsmagazins ‚Capital‘ von der Elbe an die Spree, wurde dort aber nie richtig heimisch. Das Meer war einfach zu weit entfernt. 

 

Brambuschs Reportagen wurden für den Deutschen Journalistenpreis (2012 und 2017), den Ernst-Schneider-Preis (2017) oder den Medienpreis Mittelstand (2018) nominiert. 2014 gewann er den Deutschen Wirtschaftsfilmpreis mit dem WDR-Team von Plusminus und 2016 den Medienpreis Luft- und Raumfahrt. Seit 2015 ist er Mitglied der Jury „Investigativ“ beim Nannen-Preis. 

 

Privat liebt Brambusch das Wasser. Als Jugendlicher ruderte er täglich, war Deutscher Meister im Leichtgewichtsvierer und Leichtgewichtsachter. Jetzt, da er schwerer ist, segelt er lieber. Zur Entspannung auf dem Müggelsee oder besser noch: auf dem Mittelmeer. Die Begeisterung für das Segeln ist angeboren. Schon als Kind schleppten ihn seine Eltern jede Ferien und jedes Wochenende auf das Familienboot. Mit 16 Jahren machte er die ersten Sportbootführerscheine, um fortan selbst mit Freunden segeln zu gehen. Dass dabei das Familienboot mehrmals Schaden nahm, ist natürlich nur dem jugendlichen Leichtsinn zuzuschreiben.

 

Wenn er Action sucht, steigt er in seinen Strandsegelwagen und brettert mit über 100 Stundenkilometern über die Sandbank von Sankt Peter-Ording. Beim Yachtclub Sankt Peter-Ording ist er seit Jahren für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. In den vergangenen Jahren hat er sich mehrfach für Europa- und Weltmeisterschaften qualifiziert, was weniger seinem Talent geschuldet ist, als der zahlenmäßig überschaubaren Konkurrenz in Deutschland. International treibt er das Feld dann erbarmungslos vor sich her und ruht sich auf dem olympischen Gedanken aus. 

  

Brambusch, kinderlos und ungebunden, lebte zuletzt in Hamburg und in Berlin. Und seit Oktober 2018 in der Türkei.