Freunde an Bord

Stephan

Gast Nummer 0: Eigentlich ist Stephan gar kein richtiger Gast gewesen, aber er war der erste meiner Freunde, der die Dilly-Dally betrat. Stephan und ich reisten im September 2018 zur Bootssuche in die Türkei. Und wurden fündig. Derweil kümmert sich Stephan um eine Altlast von mir. Er hat meinen alten Jollenkreuzer in Berlin übernommen. Und jetzt einen ganzen Haufen Arbeit damit :)


Sven & Kai-Uwe

Sven und Kai-Uwe waren dann die ersten richtigen Gäste an Bord. Naja, Gäste ist auch nicht richtig. Sie schufteten den ganzen Tag. Wenn sie nicht irgendwas richten oder reparieren konnten, bekamen sie Langeweile. Nur wenn ich ihnen ein Bier in die Hand drückte, kamen sie mal zur Ruhe. Zusammen segelten wir von Marmaris nach Kas. In Svens Segelmacherei in Schleswig durfte ich im Februar zudem ein Praktikum machen und dabei helfen (oder zumindest zusehen), wie meine neuen Segel angefertigt wurden. Seitdem ziehen zwei wunderbare Frogsails die Dilly-Dally durch das kristallklare Mittelmeer. Im Vergleich zu den alten Segeln kommen jetzt locker 1,5 Knoten mehr auf die Logge. Danke nochmals, Svenni!


Mareen & Ilija

Apropos kristallklares Mittelmeer. Während Kai-Uwe und Sven an Bord rackerten, ließen sich Mareen und Ilija lieber treiben. In den Altstadtgassen von Kas, durch die Restaurants oder sie trieben einfach bräsig dösend hinter der Dilly-Dally her. Und weil sie davon gar nicht genug bekommen konnten, kommen sie schon bald wieder. Und wieder. Und wieder.


Lars

Er kam, sah und blieb. Zumindest für drei Wochen. Netterweise chauffierte Lars mich mit seinem Leihwagen nach Kemer, um meine  Residentship zu erlangen. Ansonsten war er kaum wahrzunehmen, lag einfach da, wie ein Stück Fleisch in der Pfanne,  brutzelte in der Sonne vor sich hin. Was mich bis heute irritiert und belastet: Lars brachte das Strategiespiel "Super 3" mit (von 7 bis 70 Jahren). Wir haben es über hundert Mal gespielt. Mindestens. Und ich habe - fast ausschließlich - verloren. Außer, wenn wir mal spielten, bevor Lars die erste Flasche Wein köpfte. Aber wer spielt schon gerne am frühen Vormittag?


Die Weihnachtscrew

Für einen Weihnachtsausflug auf der Dilly-Dally rückte gleich eine ganze Mannschaft an. Dagmar & Oliver, die mit ihrem Wagen auf dem Weg in die Mongolei sind, Ruth, die das halbe Jahr über in Kas wohnt, und Barry und Aannsha, zwei Australier, die auf ihrer AB SEA um die Welt segeln. Wir hatten einen tollen Tag auf See - zusammen ankerten wir mit zwei anderen Booten aus der Marina in einer herrlichen Bucht. Es war wirklich ein frohes Fest! Und natürlich auch ein feuchtfröhliches. Barry fragt sich bis heute wie er wohl zurück auf sein Schiff gekommen ist. Ich bereue bis heute, dass ich am nächsten Tag die Einladung zum Putenbraten bei Lala & Ken absagen musste. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ein fettes Weihnachtsessen mir nicht gut zu grünem Gesichte stehen würde.


Georg

Mal eben zum Jahreswechsel schaute Georg in der Türkei vorbei, ein Freund und Kollege aus Berliner Redaktionszeiten. An den vier Tagen regnete es so viel wie sonst im ganzen Winter. Trotzdem hatte Georg reichlich Spaß (sagte er zumindest). Dann muss er wohl noch mal wiederkommen, um auch die Sonne genießen zu können. 


Mark

Mein südafrikanischer Nachbar mit seiner "Zinga" ist quasi ein Dauergast auf der Dilly-Dally, immer dann, wenn es Pancakes zum Frühstück gibt. Und er sorgt für ein morgendliches Déjà-vu: "Good morning, SIR! What a wonderful day," ruft er täglich zu mir herüber, wenn ich mich noch schlaftrunken auf die drei wichtigen "K" vorbereite: Kaffee, Kippe, Ka... Zu dem Pancakes, auch das ist Routine, bringt Mark immer eine riesige Thermoskanne Kaffee mit. Natürlich war er auch an Weihnachten dabei. Ohne Kaffee, dafür mit vielen anderen Getränken. 



Dieter

Eigentlich wollte mein Vater nur mal ein paar Tage vorbeischauen und meiner Mutter ein bisschen Ruhe gönnen. Um sicherzugehen, dass ich den alten Herren auch wirklich mitnehme, kutschierte sie uns extra vom Flughafen. Ein bisschen Segeln war in der ersten Woche angesagt und dann, so der Plan, sollte er  beim Unterwasserschiff helfen. Geschickterweise erschlich er sich eine satte Erkältung just an den Tagen, an denen geschuftet werden musste (er hat also sogar etwas von mir gelernt). So schlecht scheint es ihm insgesamt nicht gefallen zu haben. Erst nach drei Wochen stieg er wieder in den Flieger.


Jens

Wir teilen den gleichen Vornamen, in Berlin teilten wir das Büro und jetzt teilen wir auch die Vorliebe für die Türkei.  Jens lebt derzeit drei von vier Wochen im Monat in Istanbul. Als Jens gerade mal in Antalya war, setzte er sich in den Bus und fuhr für weniger als 24 Stunden zu Jens. Zeit genug, um ein paar Stunden zu segeln, zu ankern, zu baden (also der andere Jens, ich bin ja nicht verrückt) und für ein paar nette Stunden in den Bars von Kas. Und dann war da plötzlich nich dieser Bär....


Laetitia & Anna

Der zweifelsohne hübscheste Besuch! Trotz einer latenten Anfälligkeit für Seekrankheit segelten wir ein paar Tage an der lykischen Küste. Und das bei teilweise starken Winden mit über 34 Knoten. Dass außerdem ein paar Probleme mit Autopilot, vermeintlich dem Motor, verstopften Abflüssen und andere Kleinigkeiten auftraten, konnte die beiden nicht schocken. Auch nicht die 40 Knoten seitlicher Wind beim Anlegen, während der Motor (am Ende stellte sich heraus, es war die Anode die gegen den Rumpf schlug) krächzte und rumpelte, konnte die beiden nicht aus der Ruhe bringen. Chapeau! Und Danke für die tolle Woche.